Honig gilt als Naturprodukt, das viele im Vertrauen auf Qualität und Reinheit kaufen. Doch nicht jeder Honig im Supermarkt hält, was er verspricht. Eine Untersuchung zeigt: Zwischen Top und Flop liegen Welten.
Blütenhonig am beliebtesten – aber nicht immer hochwertig
Blütenhonig gehört zu den am häufigsten gekauften Honigsorten in Deutschland – und damit auch zu den am meisten untersuchten. In einer umfassenden Analyse wurden 24 verschiedene Blütenhonige, sowohl flüssig als auch cremig, auf ihre Zusammensetzung, Reinheit und Frische überprüft.
Das Ergebnis: Während manche Produkte positiv auffielen, gab es bei anderen auffällige Mängel, insbesondere bei der Herkunft und Verarbeitung.
Woher kommt der Honig eigentlich?
Ein zentrales Problem beim Honigkauf: Die Herkunft ist oft unklar. Auf vielen Verpackungen finden sich schwammige Angaben wie „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Was genau sich dahinter verbirgt, bleibt für Verbraucher meist ein Rätsel.
Verbraucherschutzorganisationen wie die UFC-Que Choisir und der französische Imkerverband UNAF fordern deshalb klare Herkunftsangaben – vor allem bei gemischten Honigen. Nur so lässt sich nachvollziehen, ob der Honig tatsächlich aus Frankreich, Spanien oder beispielsweise China stammt.
Frische zählt – und Hitze schadet
Ein wichtiges Qualitätskriterium für Honig ist der sogenannte HMF-Wert (Hydroxymethylfurfural). Dieser Wert steigt bei zu starker Erhitzung oder langer Lagerung. Drei der untersuchten Produkte überschritten leicht den zulässigen Grenzwert von 40 mg/kg – ein Hinweis auf Wärmebehandlung oder mangelnde Frische.
Zusätzlich fiel bei vier Produkten auf, dass der Gehalt eines bestimmten Enzyms – das eigentlich im Bienenmagen entsteht – deutlich reduziert war. Auch das deutet auf eine Behandlung mit Hitze hin, die dem Honig seine natürlichen Enzyme und Aromen rauben kann.
Von Fermentation bis Fälschung
Bei einigen Proben wurde sogar Beginnende Fermentation festgestellt – der Honig war also bereits dabei, zu gären. Ein klares Zeichen dafür, dass bei der Lagerung oder Verarbeitung nicht sauber gearbeitet wurde.
Besonders kritisch: In manchen Fällen besteht der Verdacht auf sogenannte Adulteration, also die Streckung mit Zucker- oder Glukosesirup. Diese Praxis senkt nicht nur die Qualität, sondern verändert auch den Wassergehalt, was den Honig anfälliger für Verderb macht.
Schon gewusst? Honig gehört laut U.S. Pharmacopeia zu den drei am häufigsten gefälschten Lebensmitteln – gleich hinter Milch und Olivenöl.
Lieber zu zertifizierten Produkten greifen
Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu honigen mit anerkannten Gütesiegeln – etwa dem französischen „Label Rouge“. Dieses garantiert nicht nur eine nachvollziehbare Herkunft, sondern auch eine besondere Sorgfalt bei der Herstellung. So können Verbraucher sicher sein, dass der Honig weder mit Importware gemischt noch künstlich gestreckt wurde.
Positiv fiel zudem auf: Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen wurden keine Rückstände von Antibiotika gefunden. Nur zwei der 24 Produkte enthielten nachweisbare Mengen an Pestiziden – ein Fortschritt im Vergleich zu früheren Jahren.
Die besten Honige im Test
Unter den getesteten Produkten überzeugten vor allem drei Sorten:
- Frühblütenhonig von La Grande Épicerie – 9,90 €
- Blütenhonig aus der Provence von Les Ruchers du Lubéron – 10,30 €
- Polyfloraler Honig von Les Ruchers de Noé – 10,00 €
Diese Honige punkteten durch Reinheit, Frische und authentischen Geschmack. Wer Qualität sucht, wird hier fündig – auch wenn der Preis etwas höher ist.
Fazit: Augen auf beim Honigkauf
Honig ist nicht gleich Honig. Wer ein naturbelassenes Produkt genießen möchte, sollte genau auf Etiketten, Siegel und Herkunftsangaben achten. Denn auch wenn der Markt mit „Honig“ überflutet scheint – echte Qualität ist seltener, als man denkt.
Kleiner Einkaufshelfer: Je genauer die Herkunftsangabe, desto höher die Chance auf echten Honig. Und: Ein ehrlicher Preis sagt oft mehr als blumige Werbeversprechen.


