Mineralwasser gilt als Inbegriff von Reinheit – frisch, klar und kontrolliert. Umso größer ist die Irritation, wenn genau hier Schadstoffe auftauchen. In Frankreich mussten nun gleich zwei Flaschenwassermarken aus dem Verkehr gezogen werden, nachdem Rückstände eines verbotenen Pflanzenschutzmittels entdeckt wurden.
Ein Pestizid in der Wasserquelle
In der Gemeinde Prahecq (Departement Deux-Sèvres) wird seit Jahren Grundwasser für die Abfüllung genutzt. Jährlich fließen rund 100 Millionen Liter durch die Abfüllanlagen. Doch aktuelle Analysen haben ergeben, dass die Quelle mit Rückständen eines Fungizids belastet ist. Konkret handelt es sich um den Stoff Chlorothalonil – ein Mittel, das bereits seit 2020 in Frankreich und der gesamten EU verboten ist, weil es als potenziell krebserregend gilt.
Bei den Tests wurde der Abbauprodukt-Metabolit R471811 nachgewiesen, der aus Chlorothalonil entsteht, wenn es in die Umwelt gelangt. Diese Substanz überschritt den offiziellen Grenzwert, weshalb die zuständige Gesundheitsbehörde (ARS Nouvelle-Aquitaine) Alarm schlug.
Rückruf betrifft zwei Marken
Betroffen sind die Marken „Fiée des Lois“ und „Premiers prix“, die hauptsächlich über die Supermarktkette Intermarché vertrieben wurden. Die betroffenen Chargen wurden bereits im Februar 2024 aus dem Handel genommen. Nach Angaben des Unternehmens geschah dies „aus Vorsorgegründen und in Verantwortung gegenüber den Verbrauchern“.
Die Produktion in der betroffenen Anlage wurde vollständig gestoppt. Für die Kundinnen und Kunden bedeutet das: Wer noch Flaschen dieser Marken zu Hause hat, sollte sie nicht mehr konsumieren und im besten Fall im Supermarkt zurückgeben.
Einschätzung zur Gesundheitsgefahr
Der Betreiber betont, dass es sich bei den gefundenen Mengen zwar um eine Regelverletzung handelt, für Verbraucher aber kein akuter Gesundheitsnotstand bestehe. Die Behörden sehen dennoch Handlungsbedarf, da schon kleinste Überschreitungen bei Stoffen wie Chlorothalonil ernst genommen werden müssen. Hier zeigt sich, wie wichtig strenge Lebensmittelkontrollen sind, um Risiken frühzeitig einzudämmen.
Ein Weckruf für Verbraucher und Produzenten
Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf die Folgen intensiver Landwirtschaft: Pestizide verschwinden nicht einfach, sondern können jahrelang im Boden und Grundwasser nachweisbar bleiben. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat schon mehrfach betont, wie wichtig eine enge Überwachung von Pestizidrückständen im Trink- und Mineralwasser ist.
Für uns Verbraucher heißt das: Wachsamkeit lohnt sich. Auch wenn Wasserflaschen im Supermarkt meist harmlos wirken, bleibt es sinnvoll, gelegentlich Nachrichten über Produktrückrufe zu verfolgen. Sie zeigen, dass selbst alltägliche Produkte nicht selbstverständlich frei von Risiken sind.


