Rückrufmeldungen bei Lebensmitteln sind inzwischen fast Alltag – und längst geht es nicht mehr nur um Pizza oder Süßwaren. Auch bei abgefülltem Wasser gibt es einen blinden Fleck: In einer Untersuchung aus dem Sommer 2022 wurden in einem Großteil der geprüften Flaschen Mikroplastik-Partikel nachgewiesen. Brisant: Unter den betroffenen Exemplaren fanden sich ausgerechnet besonders verbreitete Marken. Ich erinnere mich an meinen eigenen Aha-Moment: Nach einer längeren Autofahrt lag die Plastikflasche warm in der Tasche – seitdem greife ich viel seltener zu Einweg.
Achtung bei diesen beliebten Flaschenwässern
In rund 78 % der getesteten Flaschen wurden Partikel gefunden – betroffen waren unter anderem bekannte Marken wie Badoit, Cristaline, Evian (0,5 l und 1 l), Vittel (0,33 l und 1 l), Perrier sowie Handelsmarken großer Ketten. In einer Kinderflasche (0,33 l) wurden rund 40 Partikel gezählt – hochgerechnet etwa 121 Partikel pro Liter. Die Messungen ergaben je nach Probe zwischen 1 und 121 Mikropartikel pro Liter und vier unterschiedliche Kunststofftypen.
Die Spuren führen naheliegend zu Flasche, Verschluss und Abfüllprozess – und das Risiko steigt mit Temperatur und Lichteinwirkung. Heißt übersetzt: Die Flasche im heißen Auto oder am sonnigen Fensterbrett ist eine schlechte Idee.
Was das für die Gesundheit bedeutet
Wissenschaftler sprechen bei einigen Zusatzstoffen in Kunststoffen von endokrinen Disruptoren – Substanzen, die in den Hormonhaushalt eingreifen können. Auch wenn noch nicht jede Wirkung abschließend geklärt ist: Die Kombination aus Gesundheitsrisiko, unklarer täglicher Dosis und schwer messbarer Langzeitbelastung ist Grund genug, die persönliche Exposition zu senken. Praktischer Nebeneffekt: Im Kühlschrank gelagerte Glas- oder Metallflaschen verändern den Geschmack nicht – das merkt man schon beim ersten Schluck.
… und für die Umwelt
Mikroplastik baut sich in der Natur kaum ab, verteilt sich über Böden und Gewässer und landet am Ende in Flüssen und Meeren – mit Folgen für Tiere und Pflanzen. Jede vermiedene Einwegflasche spart Material, Transportwege und späteren Müll. Bei mir hat der Umstieg auf wiederbefüllbare Lösungen die Zahl der gelben Säcke spürbar reduziert.
Was Sie stattdessen tun können
- Auf Mehrwegflasche aus Glas oder Edelstahl umsteigen; zu Hause mit Leitungswasser befüllen.
- Bei Bedarf filtern: Karaffen mit Aktivkohle- oder Membranfilter, oder Aktivkohlefilter-Sticks.
- Flaschen kühl und dunkel lagern, nicht in Sonne oder heißem Auto.
- Für Kinder: kleinere Glas- oder Edelstahlflaschen mit Schutzhülle verwenden.
Wer auf Nummer sicher gehen will, meidet Einweg-Plastik so gut es geht – Ihrer Gesundheit, dem Geschmack und der Umwelt zuliebe.


