Wer kennt es nicht: Man legt seine Einkäufe aufs Band, rechnet grob im Kopf mit, und am Ende zeigt der Kassenbon doch ein paar Euro mehr an. Meistens winkt man ab – „Wird schon stimmen“ –, doch genau hier liegt das Problem. Einige Supermärkte bedienen sich eines Tricks, der die Rechnung künstlich nach oben treibt.
Supermärkte unter Verdacht, Preise zu manipulieren
Die Situation ist ohnehin angespannt. Seit mehr als einem Jahr spüren Verbraucher die Folgen der Inflation deutlich: steigende Energiepreise, teures Benzin, höhere Heizkosten. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) sind allein die Lebensmittelpreise in Deutschland im vergangenen Jahr um knapp 15 Prozent gestiegen. Wer mit Familie einkauft, merkt schnell, wie sehr das monatliche Budget unter Druck gerät.
Viele Handelsketten haben als Reaktion „Spar-Körbe“ oder Anti-Inflations-Aktionen angekündigt. Doch gleichzeitig wächst das Misstrauen. Immer wieder berichten Kunden, dass Preise an der Kasse nicht mit den Angaben im Regal übereinstimmen.
Preisdifferenzen zwischen Regal und Kasse
Besonders ärgerlich ist die Masche, die inzwischen in rund 10 Prozent der überprüften Fälle auftritt: Der Preis im Regal stimmt nicht mit dem abgerechneten Preis an der Kasse überein. Meist geht es um kleine Beträge – ein paar Cent hier, 50 Cent dort. Doch bei einem Wocheneinkauf summiert sich das schnell.
Ein Beispiel: Eine Bekannte von mir schwor, sie hätte Nudeln für 1,49 Euro aus dem Regal genommen. Auf dem Bon stand später 1,79 Euro. Kein Vermögen, klar – aber multipliziert mit 20 ähnlichen Differenzen im Monat entsteht ein spürbarer Aufschlag. Genau darauf setzen manche Märkte: Die wenigsten kontrollieren ihren Kassenbon gründlich.
Kundenrechte: Was man wissen sollte
Juristisch betrachtet handelt es sich bei diesen Preisdifferenzen um eine irreführende Geschäftspraxis. Laut Verbraucherzentrale gilt: Der Kunde darf auf den Preis bestehen, der im Regal ausgezeichnet ist. Wer also aufmerksam ist und den Unterschied bemerkt, hat das Recht, an der Kasse auf Korrektur zu bestehen.
Eine Ausnahme gibt es nur bei klar erkennbaren Irrtümern, etwa wenn ein neuer Fernseher statt 999 Euro mit 99 Euro ausgeschildert ist. In solchen Fällen greift die Regel nicht. Doch in allen anderen Situationen lohnt sich ein Blick auf den Bon – auch wenn man damit vielleicht eine kleine Schlange an der Kasse riskiert.
Fazit: Mehr Wachsamkeit an der Kasse
Die Enthüllungen zeigen, wie wichtig es ist, beim Einkauf nicht nur blind auf die Technik zu vertrauen. Wer Preise im Regal kurz mit dem Bon abgleicht, kann unnötige Ausgaben vermeiden. Gerade in Zeiten hoher Inflation zählt jeder Euro – und die Verbraucherschützer empfehlen ausdrücklich, häufiger die Kassenbons zu prüfen.


