Ein Glas Wein zum Abendessen oder ein Bier nach Feierabend – viele fragen sich: Passt das überhaupt mit dem Abnehmen zusammen? Überraschenderweise lautet die Antwort: ja, solange es in Maßen geschieht. Forscher betonen, dass nicht das „ob“, sondern das „wie viel“ entscheidend ist.
Alkohol – Freund oder Feind der schlanken Linie?
Alkohol genießt im Bereich Ernährung keinen guten Ruf. Kein Wunder: Schon kleine Mengen können ordentlich Kalorien liefern. Ein klassischer Gin Tonic bringt es schnell auf über 200 Kalorien pro Glas – fast so viel wie ein Dessert. „Alkohol liefert leere Kalorien und belastet den Stoffwechsel“, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Trotzdem muss nicht jeder Aperitif gleich das Ende aller Diätpläne bedeuten. Entscheidend ist die Menge und die Wahl des Getränks. Ein Glas trockener Sekt oder Champagner enthält im Schnitt weniger Kalorien als ein süßer Cocktail – ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.
Wenn weniger tatsächlich mehr ist
Aus eigener Erfahrung: Bei einem Sommerabend mit Freunden habe ich mir bewusst ein Glas Weißwein gegönnt, während die anderen bunte Cocktails bestellten. Am nächsten Tag zeigte die Waage keinen Unterschied, während sich meine Freundin über „die flüssigen Kalorienbomben“ ärgerte. Bewusste Entscheidungen machen hier den Unterschied.
Studien bestätigen diesen Effekt. Eine Untersuchung der Harvard University kam zu dem Ergebnis, dass Frauen, die regelmäßig in moderaten Mengen Rotwein trinken, seltener an Gewicht zulegen als Frauen, die komplett verzichten. Verantwortlich dafür könnte das Resveratrol, ein Pflanzenstoff aus der Traubenschale, sein, der den Stoffwechsel anregt.
Die wissenschaftliche Grenze
Die große Frage bleibt: Wie viel ist erlaubt, ohne die Abnahme zu sabotieren? Eine Langzeitstudie mit Daten über 13 Jahre liefert eine klare Orientierung. Wer regelmäßig mehr als 500 Milliliter Bier pro Tag trinkt, erhöht das Risiko, nicht abzunehmen – oder sogar zuzulegen. Bleibt man darunter, sind die Chancen deutlich besser, Gewicht zu verlieren. Wichtig: Diese Menge muss immer im Kontext der gesamten Kalorienbilanz betrachtet werden.
Fazit: Genuss statt Verzicht
Ein Glas Wein oder Bier kann also durchaus Platz in einem Abnehmplan haben – vorausgesetzt, es bleibt bei moderaten Mengen. Wer auf die Kalorien achtet, zu leichteren Getränken greift und nicht täglich über die Stränge schlägt, muss nicht auf gesellige Abende verzichten. Genuss in Maßen lautet die Devise – eine Botschaft, die für viele erleichternd sein dürfte.


