Marmelade gehört für viele fest zum Frühstück – ein schneller Löffel Sommer aufs Brot. Doch ein aktueller Verbrauchertest bremst die Unbeschwertheit: In zahlreichen Gläsern fanden Prüfer Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Seit ich das gelesen habe, greife ich im Regal nicht mehr gedankenlos zu, sondern drehe erst mal das Etikett um und vergleiche.
Welche ist die schlechteste Marmelade im Supermarkt?
Im Rahmen einer Untersuchung wurden 40 gängige Konfitüren unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fällt gemischt aus: Es gibt sehr solide Produkte – eine Erdbeerkonfitüre landete mit 15/20 Punkten an der Spitze –, aber auch klare Ausreißer nach unten. In mehr als der Hälfte der getesteten Gläser wiesen die Labore mehrere Pestizidrückstände nach; in 22 von 40 Proben tauchten sogar bis zu 15 verschiedene Wirkstoffe auf. Besonders kritisch: In einzelnen Aprikosen-Konfitüren fanden sich Spuren zweier Verbotsstoffe (Carbendazim und Thiophanat-Methyl), die in der EU nicht mehr zugelassen sind.
Wichtig zur Einordnung: Die gemessenen Mengen lagen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten. Dennoch bleibt der Befund unangenehm – gerade bei Produkten, die wir und unsere Kinder oft täglich essen.
Mehrere Marmeladen, die Sie besser meiden
Die schlechtesten Noten kassierten vor allem einige Aprikosen-Gläser; eine „Extra“-Aprikosenkonfitüre bildete sogar das Schlusslicht. Bei Erdbeer fiel ein Premium-Produkt mit einer Bewertung im Neunerbereich negativ auf. Der Trend hinter den Zahlen: Aprikosenkonfitüren sind insgesamt häufiger belastet als Erdbeer-Varianten, die teils aus kontrollierteren Anbauumfeldern stammen. In einer zuckerreduzierten Aprikosenkonfitüre wurden zusätzlich Spuren von Carbendazim nachgewiesen – ein weiteres Argument, die Zuckerreduziert-Versprechen nicht mit „automatisch besser“ gleichzusetzen.
So finden Sie im Regal die bessere Wahl
- Bio-Konfitüre bevorzugen: Bio-Anbau verzichtet auf chemisch-synthetische Pestizide – das senkt das Risiko für Rückstände.
- Fruchtgehalt checken: Je höher, desto besser fürs Aroma. 50–65 % sind ein guter Richtwert; „Extra“ steht für besonders viel Frucht.
- Kurze Zutatenliste: Idealerweise nur Frucht, Zucker, Geliermittel (Pektin), Zitronensaft. Weniger Zusatzstoffe = mehr Fruchtgeschmack.
- Herkunft & Saison: Regionale Ware oder zertifizierte Lieferketten geben zusätzliche Sicherheit.
- Eigene Küche: Wer mag, kocht im Sommer ein – da wissen Sie genau, was im Glas landet.


